Sachwortverzeichnis

An open oyster and pearls on satin

An open oyster and pearls on satin

Begriffe für alle Perlenliebhaber

Eine Sammlung allgemeiner benutzter Begriffe für alle Perleninteressierten und -liebhaber.

Adduktor:
Lateinisch: Zusammenzieher. Der Muskel einer zweischaligen Muskel, der auf jeder Innenschale angewachsen ist und das Schließen gestattet. Der Adduktormuskel vieler Muschelarten ist als gasttronomische Spezialität unter Namen wie „Scallobs“ oder „Cocquille St…Jacques“ bekannt.

Akoya:
Eine zweischalige Muschel für die Züchtung von Seewasserzuchtperlen. Sie stammt aus der Familie Pteriidae, der Gattung Pinctada, der Art fucata und der Unterart martensii und trägt so den wissenschaftlichen Namen „Pinctada fucata martensii“. Im Sprachgebrauch wird sie einfach „Akoyamuschel“ genannt. (In einem Buch von Dr. Shohei Shirai, Perlen und Perlenaustern der Welt, veröffentlicht 1994, wird die Akoyamuschel Pinctada imbricata genannt, welche die Arten Pinctada fucata, Pinctada vulgaris und Pinctada radiata, sowie die Unterart martensii als artverwandt einschließt. Sie ist nicht nur in Japan, Korea und China heimisch, sondern in ganz Asien, im indischen-pazifischen Gebiet, im Roten Meer, im Persischen Golf, im Mittelmeer und in der Karibischen See.

Ama, auch Amah:
Eine japanische Taucherin, ausgebildet, Akoya-Austern für die Perlenzucht-industrie zu sammeln, sowie auch essbare Austern, wie das Seeohr. Ama – Taucherinnen arbeiteten in Japan bis in die Mitte der 1960er Jahre.

Aragonit:
Mikrospopisch fein kristallisiertes Kalzziumkarbonat, das in der chemischen Zusammensetzung von Perlen und Perlmutt gefunden wird. Siehe: Perlmutt.

Auster:
Siehe: Muschel

Barock:
Unregelmäßig geformte Perlen verschiedener Typen. Solche mit Tropfenform, Knopfform oder mit fast runder Form werden „halbbarock“ genannt, während stark verformte Typen „schwer-barock“ oder fischschwanz-barock heißen. In einer barocken Zuchtperle kann der Raum zwischen dem runden Kern und dem unregelmäßigen, manchmal überragenden Perlschichten hohl sein. Siehe: Soufflure (fr) Blase.

Biwa, Biwasee:
Ein See in Westjapan, in dem seit 1928 Süßwasserperlen gezüchtet werden. Mit Beginn der 1970er bis zur Mitte der 80er Jahre fand eine Produktion mit ziemlich großem Handelswert statt. Während dieser Periode beherrschte die Süßwasserperlenproduktion vom Biwasee die Weltproduktion, und der Name „Biwa-Perle“ wurde irrtümlicherweise gleichbedeutend mit Süßwasserzuchtperle, auch für die, die nicht aus dem Biwasee kamen.

Blister, dt. Blase:
Naturperlen, die entstehen, wenn zufällig Parasiten oder Fremdkörper zwischen die Innenschale und den Mantel der Auster gelangen. Die Auster bindet den Eindringling mit Perlmutt an ihre Schale, wodurch sie eine erhabene Stelle auf der Innenschale, also Blase oder Pustel, aufbaut. Oftmals bohren sich Eindringlinge durch die Schale von außen nach innen und eine Pustel ist das Resultat der Abwehrtätigkeit der Auster. Der englische Name „Blister“ wird manchmal irrtümlich für bestimmte gezüchtete Halbperlen (zusammengesetzte Zuchtperlen) verwendet.

Bu:
Ein altes japanisches Maß. Ein Bu ist 3,03 Millimeter. Es wird auch heute noch bei den Perlezüchtern verwendet, wobei der Durchmesser der Perlmuttkügelchen in Bu gemessen wird. Ein Bu hat zehn Rein. Die Kerngröße 2,3 bedeutet daher zwei Bu und drei Rin und entspricht 6,9 Millimeter.

Choker:
Eine Perlenschnur gleichgroßer Perlen, gewöhnlich 14 oder 16 Zoll (36 oder 40 Zentimeter) lang. Siehe: Einheitliche Kette.

Conchiolin:
Eine organische Substanz, die als Bindemittel die winzigen Aragonitkristalle zusammenhält, die, Schicht für Schicht aufbaut, als Perlmutter die Schalen selbst, wie auch die Perlen bilden.

Einheitliche Kette:
Eine Perlenaufreihung in der der Unterschied von der kleinsten zur größten Perle für Akoya-Perlen 0,5 Millimeter beträgt und 1,0 Millimeter für Südseeperlen.

Einschalig:
Siehe: Auster, Muschel

Edoskop:
Ein geniales Gerät, in Paris in den Zwanziger Jahren von Chiowsky und Perrin erfunden. Es wurde benutzt, um eine Naturperle von einer Zuchtperle zu unterscheiden, vorausgesetzt sie war gebohrt. Ein Lichtstrahl, in das Bohrloch geleitet, wurde von einem winzigen Spiegel feflektiert und machte das Innere sichtbar.

Epithel, Zellengewebe:
Siehe: Mantel.

Gezüchtete Perle:
Bezeichnung einer Perle, deren Entstehung durch Menschenhand mit dem Einsetzen eines Stückchen Mantelgewebes mit oder ohne Kern in eine Mutterauster oder Muschel angeregt wurde.

Glanz, Schimmer:
Die Eigenschaft der Perlenoberfläche nach ihrer Leuchtkraft beurteilt. Siehe: Orient

Gold(gelb)lippige Muschel:
Eine Art der Auster Pinctada maxima und unter diesen Namen bekannt. Sie ist in den nördlichen äquatorialen Gewässern Südostasiens heimisch. Ihre inneren Muschelränder sind meistens golden oder gelblich, und sie bringt goldene oder gelbliche Südseeperlen hervor.

Graduierte Kette:
Eine Halskette mit der größten Perle in der Mitte, wobei die angereihten Perlen beiderseits an Größe gleichmäßig abnehmen. Wegen der Hauptperle und der gleichen Anzahl von Perlen an jeder Seite hat eine graduierte Kette immer ein ungerade Anzahl von Perlen. Die Perlen neben der Hauptperle werden „Schultern“ genannt.

Gran:
Eine Gewichtseinheit für Naturperlen. Ein Gran hat 0,05 Gramm oder ein Viertel von einem Karat. Ein Momme ernthält 75 Gran.

Hama-age:
Der Ausdruck wird nur für gute Qualität verwendet. Eine niedrigere Qualität wird „Dodama“ genannt, und die billigste wird als „Kuzu“ bezeichnet. Die teuerste heißt „Hamadama“.

Imitationsperle:
Eine vollkommen künstlich hergestellte Perle mit dem Erscheinungsbild einer Natur- oder Zuchtperle. Siehe: Mallorca.

Kan:
Eine alte japanische Gewichtseinheit von tausend Momme gleich 3,75 Kilogramm. Siehe: Momme.

Karat:
Eine Gewichtseinheit, die genaugenommen metrisches Karat heißt. Sie wird meist im europäischen Perlenhandel verwendet. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm. Ein Momm enthält 18,75 Karat. Diese Gewichtseinheit sollte nicht mit der Karateinheit für Gold verwechselt werden.

Keshi:
Vom japanischen Wort für Mohn. Keshis sind verhältnismäßig kleine Perlen, die auf natürliche Weise in Austern und Muscheln entstehen, die Zuchtperlen hervorbringen. Die kleinsten von ein, zwei oder drei Millimeter im Durchmesser werden Mohn- oder Saatperlen genannt.

Knopf:
Eine runde, ziemlich flache knopfförmige Perle.

Künstliche Perle:
Vollkommen künstlich hergestellte Perle mit dem Erscheinungsbild einer Natur- oder Zuchtperle. Siehe: Mallorco

Mabe:
Eine zusammengesetzte Zuchtperle, gewöhnlich halbkugelförmig, oftmals als gezüchtete Halbperle bezeichnet. Ursprünglich in der Pteria penguin oder Mabe-Muschel gezüchtet, wird sie heute in verschiedenen Austern der Gattung Pinctada produziert. Siehe: Pteria penguin. Mabe wurde als Warenbezeichnung akzeptiert.

Mallorca:
Die Herkunftsbezeichnung für Imitationsperlen nach der Insel vor der spanischen Küste.

Mantel:
Das Zellengewebe, das den Weichkörper einer Muschel umschließt. Es besteht aus Zellen, die Substanzen ausscheiden, die die Perlenmutterschale und die Perlen bilden.

Matinee:
Eine Halskette gleichgroßer Perlen von 56 Zentimeter Länge.

Momme:
Eine alte japanische Gewichtseinheit, die auch heute weltweit für Zuchtperlen verwendet wird. Ein Momme ist 3,75 Gramm. Tausend Momme sind ein Kan.

Muschel:
Ein Meeresweichtier, das in einer Schale lebt. Muscheln sind in See- und Süßwasser heimisch. Wenn eine Muschel nur eine Schale hat, ist sie einschalig wie das Seeohr. Wenn sie zwei Schalen durch ein Gelenk verbunden hat, ist es eine zweischalige Muschel, zum Beispiel eine Auster.

Opera:
Eine Perlenhalskette einheitlicher Größe mit 76 Zentimeter Länge.

Orient:
Bezeichnet den Glanz, das Schillern und die Fähigkeit einer Perle, Licht aus ihrem Innern zu strahlen.

Perle:
Bezeichnet normalerweise eine Naturperle, wenn keine qualifizierenden Ausdrücke erscheinen.

Perlenauster:
Gegenwärtig sind die besten und geeignetesten Austern für die Perlenzucht aus der Gattung Pinctada. Theoretisch können jedoch alle Muscheln, ob einschalig oder zweischalig, ob im Seewasser oder im Süßwasser lebend , Perlen hervorbringen. Aber fast alle Austern, die in der heutigen Perlenindustrie genutzt werden, nämlich die, die das glänzenste Perlmutt und entsprechende Perlen produzieren, sind mit Ausnahme des Adduktormuskels, nicht zum Verzehr geeignet.

Perlenhalskette, graduiert:
Eine Perlenhalskette mit der größten Perle in der Mitte, wobei die angereihten Perlen beiderseits an Größe gleichmäßig abnehmen. Wegen der Hauptperle und der gleichen Anzahl von Perlen auf jede Seite hat solche Kette immer eine ungleiche Anzahl von Perlen. Die Perlen neben der Hauptperle werden als Schultern bezeichnet.

Perlmutt:
Die glatte, normalerweise schimmernde Innenfläche aus Kalziumkarbonat einer Muschelschale, die oft zur Herstellung von Schmuckteilen und Knöpfen verwendet wird. Perlmutt besteht aus Kalziumpartikeln, die durch Conchiolin zusammengefügt werden. Es ist die gleiche Substanz, die eine Auster Lage für Lage um einen Fremdkörper bildet, um eine Perle zu formen.

Pteria penguin:
Eine Muschel, die vorwiegend zur Erzeugung zusammengesetzter Perlen (Halbperlen, Mabe-Perlen) benutzt wird. Sie wird oft als Pinguinmuschel, Mabe-Muschel, Flügelmuschel, schwarze Flügelmuschel oder Goldflügelmuschel bezeichnet. Sie ist im gesamten pazifischen Raum heimisch bis hin zur südlichen japanischen Insel Okinawa von der der Name Stammt. In der alten Ryukyursprache heißt die Muschel „Mabe“. Sie kann bis zu 25 cm Länge und 15 cm Breite heranwachsen. Ihre innere Schale hat einen wunderbaren regenbogenfarbenen Glaz, der von leichten rosa über dunkelrosa zu leicht bläulichen Tönen reicht. Oft mit einem starken metallischen Schimmer.

Pinctade:
Gattungsbegriff von Austern, die hochwertige Perlen hervorbringen.

Riesenschnecke:
Eine große einschalige Muschel aus der Schneckenfamilie Strombus gigas, die in der Karibik heimisch ist und wegen ihrer schmackhaften Fleisches, ihrer attraktiven Schale und des gelegentlichen, sehr seltenen aber wertvollen Juwels, das sie enthalten kann, sehr gesucht ist. Sie kann ein porzellanartiges, kein Perlmutt enthaltendes Juwel hervorbringen, die sogenannte „Rosa Perle“ deren Farbe von weißgelb zu blassen aber auch dunklem rosa reicht. Rosa Perlen ähneln oft rosa Korallen, und sie haben meist unregelmäßige Formen.

Rin:
Siehe: Bu

Rosa Perle:
Siehe: Riesenschnecke

Schale:
Die Muschelschale, Siehe Muschel

Schultern:
In einer gratuierten Perlenkette heißen die Perlen neben der Hauptperle „scgultern“. Siehe gratuierte Halskette.

Schwarze Perle:
Eine Perle aus der schwarzlippigen Auster Pinctada margaritifera, die durch ihre dunklen Farben charakterisiert ist. Schwarze Perlen haben Farbtöne von tief schwarz zu Pfauenschwarz, grün, blau, grau aubergine und braun.

Schwarzlippe Muschel:
Die Auster Pinctada margaritifera wird oft so genant. Sie bring Perlen mit dunklen Farben hervor. Die Kanten der Innenschale sind oft schwarz.

Seeohr:
Eine einschalige Muschel mit der Bezeichnung Haliotis, die als Schnecke wegen ihrer schmackhaften Fleisches bekannt ist. Sie kann in ihrer ungemein glänzenden und farbreichen Schale auch Perlen hervorbringen.

Soufflure:
Eine Perle, die zumindest teilweise hohl ist. Sie entsteht, wenn organisches Material während der Perlenbildung, aber vor dem Aushärten des Perlmutts, sich zersetzt. Gase aus dem sich zersetzendes Material bewirken eine Anschwellung des aufgebauten Perlmutts, wodurch eine Barockperle entsteht. Siehe: Barock.

Strombus gigas:
Siehe Riesenschnecke

Unionides:
Allgemeiner Name für Muscheln. Heutzutage werden alle Süßwassermuscheln un Unioniden gezüchtet. Der Name entstammt dem Gattungsbegriff Unio.

Weißlippige oder silberlippige Muschel:
Eine Art der Auster Pinctada maxima, oft unter dieser Bezeichnung bekannt. Diese Art ist hauptsächlich entlang der Nord- und Westküste Australiens heimisch und in Teilen im südlichen Indonesien in der Arafurasee. Schaleninnenkanten sind weiß oder silbrig, und die in ihnen produzierten Südseeperlen sind von heller Tönung.

Zusammengesetzte Zuchtperle:
Siehe: Mabe

Zucht, Züchtung:
Der Vorgang bei dem eine Auster oder Muschel bekernt, gepflegt und geerntet, um eine Zuchtperle zu erhalten.

Zweischalig:
Siehe: Muschel, Auster

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